Die novellierte TRGS 430 - Isocyanate – Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen
Die novellierte TRGS 430 „Isocyanate – Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen“ stellt einen zentralen Schritt dar, um den Arbeitsschutz beim Umgang mit Isocyanaten an den aktuellen Stand von Wissenschaft, Technik und EU‑Recht anzupassen. Isocyanate werden.
Isocyanate werden vor allem zur Herstellung von Polyurethanen (PU) eingesetzt und tauchen dadurch in einer Vielzahl industrieller Anwendungen auf. Sie sind zentrale Ausgangsstoffe für Schäume, Lacke, Klebstoffe und Beschichtungen und spielen in vielen Branchen eine wichtige Rolle.
Nachfolgend erhalten Sie eine kurze Übersicht wichtigsten Neuerungen, die für alle Betriebe relevant sind, die mit Isocyanaten umgehen.
1. Neue Regelungen zu AGW, ELW und TRIG
Mit der Einführung des TRIG‑basierten AGW und der Ausweitung des ELW wurde erstmals ein einheitliches Mess- und Bewertungsprinzip für alle reaktiven NCO‑Gruppen geschaffen.
- Für Diisocyanate wurde ein Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) auf Basis der TRIG („Total concentration of Reactive Isocyanate Groups“) in der TRGS 900 eingeführt.
- Der Expositionsleitwert (ELW) entspricht in der Höhe dem AGW – hat aber einen erweiterten Anwendungsbereich, da er auch für komplexe isocyanathaltige Mischungen und Isocyanate ohne AGW gilt.
2. Überarbeitete Grenzwerte für Diisocyanate
Die neuen, deutlich strengeren AGW-Stufen setzen die europäischen BOELV Vorgaben in nationales Recht um und markieren eine substanzielle Verschärfung des Arbeitsschutzes, um die sensibilisierenden und asthmarelevanten Risiken von Diisocyanaten wirksamer zu begrenzen.
3. Vollständige Überarbeitung der Stofftabelle
Alle zulässigen Konzentrationen für relevante Isocyanate wurden neu berechnet, aktualisiert und in ein harmonisches Bewertungsraster überführt.
4. Neue Bewertungsregeln für Expositionen
Mit der stärkeren Fokussierung auf TRIG‑basierte Messungen und den ausdifferenzierten Bewertungsindizes schafft die TRGS 430 ein präziseres Werkzeug, um sowohl reine Diisocyanatsysteme als auch komplexe Mischbelastungen risikogerecht und transparent zu beurteilen.
5. Kurzzeitexpositionen: neue Vorgaben
Die neuen Anforderungen zur Erfassung von Spitzenbelastungen heben hervor, dass kurzzeitige Konzentrationsspitzen trotz Einhaltung des Schicht‑AGW ein erhebliches Risiko darstellen und künftig gezielter überwacht und minimiert werden müssen.
Fazit
Die überarbeitete TRGS 430 stärkt insbesondere die Bewertung komplexer Isocyanat‑Gemische und harmonisiert nationale Grenzwerte enger mit EU‑Vorgaben.
Betriebe sollten spätestens bis zum endgültigen Absenken des AGW zum 01.01.2029 handeln.
Wir unterstützen Sie gerne bei:
- Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung
- Anpassung der Mess- und Prüfstrategien
- Planung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen
- Fachgerechte Dokumentation für Ihre Rechtssicherheit
Christoph Franken
- Dipl.-Biologe -
Fachkraft für Arbeitssicherheit
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