Psychische Belastung am Arbeitsplatz: Eine Herausforderung für jeden Betrieb
Stress, Termindruck, ständige Erreichbarkeit: Psychische Belastung gehört unabhängig von Branche oder Betriebsgröße zum Arbeitsalltag. Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Belastungen sind seit dem Jahr 2000 um mehr als 150 Prozent gestiegen. Für Unternehmen wird das Thema damit zu einer Aufgabe, die sich nicht länger ignorieren lässt.
Was steckt dahinter?
Psychische Belastung ist nach DIN EN ISO 10075 ein neutraler Begriff und bedeutet die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Erst die individuelle Beanspruchung entscheidet, ob daraus positive Effekte wie Motivation und Kompetenzentwicklung oder negative Folgen wie Ermüdung und Burnout entstehen.
Was ist gesetzlich gefordert?
Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber, unabhängig von Branche oder ihrer Unternehmensgröße, psychische Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung einzubeziehen. Die GDA-Leitlinie „Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation“ beschreibt dafür den Ablauf: Bereiche festlegen, Gefährdungen ermitteln und beurteilen, Maßnahmen umsetzen sowie deren Wirksamkeit überprüfen.
Welche Faktoren spielen eine Rolle?
Psychische Belastung entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Arbeitsbereiche, die in jedem Betrieb unterschiedlich ausgeprägt sind:
· Arbeitsaufgabe: Handlungsspielraum, Verantwortung, Qualifikation
· Arbeitsorganisation: Arbeitsintensität, Störungen, Zuständigkeiten
· Arbeitszeit: Dauer, Vorhersehbarkeit, Erholungszeiten
· Soziale Beziehungen: Zusammenarbeit, Führungskultur, Feedback
· Arbeitsumgebung und -mittel: Lärm, Ergonomie, Ausstattung
Wie wird das in der Praxis umgesetzt?
Für die Ermittlung stehen drei Methoden zur Verfügung: die Beschäftigtenbefragung für einen ersten Überblick, das Beobachtungsverfahren für sensible oder komplexe Tätigkeiten sowie der Analyseworkshop zum Planen konkreter Maßnahmen. Bei den Maßnahmen gilt der Grundsatz „Verhältnis- vor Verhaltensprävention“: Zuerst werden die Arbeitsbedingungen optimiert, anschließend individuelle Ressourcen gestärkt.
Unsere Unterstützung für Sie
Unabhängig von Ihrer Branche begleiten wir Sie von der Auswahl der passenden Methode bis zur Ableitung wirksamer, betriebsspezifischer Maßnahmen – praxisnah, rechtssicher und nachvollziehbar dokumentiert. Sprechen Sie uns gerne an. In einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir, wie eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen in Ihrem Betrieb sinnvoll umgesetzt werden kann.
Mervée Hoffmann
Dr. rer. nat. (Dipl. Biologin)
Telefonnummer: +49 561 96996 21